Der Perspektiventest

Erfahre, warum die richtige Perspektive in einem Schreiben so wichtig ist.
Der Perspektiventest

Mit dem Perspektiventest überprüfst Du, aus welcher Perspektive Deine Korrespondenz geschrieben ist. Dominiert das „Sie“ und stellst Du Deinen Kunden in den Mittelpunkt oder liegt der Schwerpunkt auf dem Wir-Stil mit der Wir- oder Ich-zentrierten Perspektive? Du stellst auf diese Weise ganz schnell fest, ob Du Deinen Brief oder Deine E-Mail noch einmal überarbeiten solltest.

So, wie der Verfasser der folgenden Zeilen. Dies ist ein Begleitschreiben, mit dem ein Angebot verschickt wurde. Es ist das Original, welches ich 1:1 übernommen habe.

Der Text lautet:

„Wir freuen uns, Ihnen als Anlage das Angebot zusenden zu dürfen. Wir bitten um Prüfung des Angebots sowie um Unterzeichnung und Rücksendung der Auftragsbestätigung.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.“

Bei dem Perspektiventest geht es nun darum die Worte „Sie“ und „Wir“ zu zählen und die Anzahl miteinander zu vergleichen. Bitte tu‘ dies nun und zähle die Worte „Sie“ und „Wir“.

Anzahl Sie: _ Anzahl Wir: _

Vermutlich hast Du 3 x das Wörtchen „wir“ und kein einziges Mal das Wörtchen „Sie“ gezählt. Ohne in der Materie ein Experte zu sein, dürfte jedem gleich einleuchten, dass dieses Verhältnis von 0:3 mit Kundenorientierung nicht wirklich etwas zu tun hat. Wer in einem solchen 3-Zeiler 3 mal nur von sich spricht und kein einziges Mal vom Kunden, der macht sich wichtiger als er ist und vergisst die wirklich wichtige Person völlig: den K u n d e n. Tatsächlich sollte das Verhältnis „Sie“ zu „Wir“ 3:1 lauten – oder ein Vielfaches davon. Ich sag immer: ein gutes Heimspiel-Ergebnis im Fußball. 😉 3:1 bedeutet, dass natürlich auch ein „Wir“ darin vorkommen darf. Es geht nicht darum, jetzt nie wieder die Wörter „wir“ oder „ich“ zu benutzen. Manchmal geht das auch gar nicht. Und manchmal sollten wir diese Wörter auch ganz bewusst benutzen. Denke nur an die Ich-Botschaft.

Es geht vielmehr darum ein ausgewogenes Verhältnis in einem Brief oder einer E-Mail zu haben, sodass die Kundenorientierung deutlich wird. Je nach Länge eines Schreibens wirst Du auf Verhältnisse kommen wie 6:2 oder sogar 9:3. Und ob das Verhältnis dann am Ende tatsächlich 9:3, 9:4 oder „nur“ 9:5 lautet, dies ist dann auch nicht mehr entscheidend. Du musst da nicht mit dem Rechenschieber drangehen. Wichtig ist, dass das Verhältnis „Sie“ zu „Wir“ ein deutliches Übergewicht auf der Sie-Seite hat.

Und selbstverständlich gilt dieser Perspektiventest auch für alle Adressaten – egal, ob Kunde, Mitarbeiter oder Kollegen. Wie auch alles andere, was Du hier in diesen Beiträgen liest. Also streng genommen müsste es adressatenorientierter Schriftverkehr lauten. Denn immer geht es doch darum, dass Du Deine Korrespondenz an Deinem Gegenüber – Deinem Adressaten – ausrichtest, denn schließlich möchtest Du doch etwas von ihm.

Welche Erfahrungen hast Du mit den verschiedenen Perspektiven gemacht? Waren Sie Dir überhaupt so bewusst? Schreib mal.

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Heiko T. Ciesinski

…ist der Experte für Kommunikation & Vertrieb. Die Presse nennt ihn „Guru der Formulierkunst“, „Meister der Kommunikation“ und „Der Pep Guardiola des Verkaufstrainings“. Er ist bekannt aus SAT 1, WDR, WAZ und dem Handwerksblatt. In seinen Vorträgen und Seminaren bringt er praxisnahe Verkaufstipps um Rabatte abzuwehren. Tipps, die sofort umsetzbar sind und höhere Umsätze garantieren. Und dies mit einem hohen Unterhaltungswert.

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